Photovoltaik-Amortisation: So rechnest du realistisch
Wann sich eine PV-Anlage amortisiert, hängt vor allem am Eigenverbrauchsanteil. Die Rechnung Schritt für Schritt — mit realistischen Zahlen für 2026.
Amortisationsrechnungen für Photovoltaik sind oft zu optimistisch. Der Grund ist fast immer derselbe: Der Eigenverbrauchsanteil wird zu hoch angesetzt. Hier ist die Rechnung, die du selbst nachvollziehen kannst.
Schritt 1: Wie viel Strom produziert deine Anlage?
In Deutschland liefert eine PV-Anlage je nach Standort und Ausrichtung 850 bis 1.050 kWh pro kWp und Jahr. Süddeutschland liegt am oberen Ende, Norddeutschland am unteren. Eine Ost-West-Anlage verliert rund 15 bis 20 Prozent gegenüber Süd, verteilt den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag — was den Eigenverbrauch erhöht.
Beispiel: 10 kWp, Süd, 35° Neigung, Raum Kassel → rund 9.500 kWh pro Jahr.
Schritt 2: Der Eigenverbrauchsanteil — hier wird geschummelt
Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauch in einem typischen Haushalt bei nur 25 bis 35 Prozent der Produktion. Der Grund: Die Sonne scheint mittags, dein Verbrauch liegt morgens und abends. Mit einem passend dimensionierten Speicher (Faustregel: etwa 1 kWh nutzbare Kapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch) steigen die Werte auf 55 bis 70 Prozent.
Mit Wärmepumpe oder E-Auto verschiebt sich das Bild deutlich nach oben — beide sind steuerbare Verbraucher, die du in die Mittagsstunden legen kannst.
Schritt 3: Die Ersparnis
Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dir den vollen Arbeitspreis — 2026 realistisch 32 bis 38 Cent. Jede eingespeiste Kilowattstunde bringt dir die Einspeisevergütung, für Neuanlagen bis 10 kWp bei Überschusseinspeisung derzeit rund 7,9 Cent. Der Unterschied ist der Faktor vier bis fünf — deshalb ist Eigenverbrauch der ganze Hebel.
Rechnung für unser Beispiel ohne Speicher, 30 Prozent Eigenverbrauch:
- Eigenverbrauch: 2.850 kWh × 0,35 € = 998 € pro Jahr
- Einspeisung: 6.650 kWh × 0,079 € = 525 € pro Jahr
- Gesamt: rund 1.520 € pro Jahr
Schritt 4: Amortisation
Eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher kostet 2026 schlüsselfertig etwa 12.000 bis 16.000 Euro (1.200 bis 1.600 €/kWp). Bei 14.000 Euro Investition und 1.520 Euro Ertrag pro Jahr ergibt das eine Amortisation nach rund 9 Jahren — vor Betriebskosten. Rechne 1 bis 1,5 Prozent der Investition pro Jahr für Versicherung, Zählermiete und Wartung ein, dann landest du bei etwa 10 Jahren.
Ein Speicher (700 bis 1.000 €/kWh) erhöht die Ersparnis, aber meist auch die Amortisationszeit — er rechnet sich vor allem, wenn du hohen Abendverbrauch hast oder Notstromfähigkeit willst. Die Anlage selbst läuft 25 bis 30 Jahre; nach der Amortisation ist der Rest Rendite.
Was du nicht vergessen darfst
Seit 2023 gilt für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer, und die Einnahmen sind einkommensteuerfrei. Du musst dich also nicht mehr mit der Kleinunternehmerregelung beschäftigen. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister muss trotzdem innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen.