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Balkonkraftwerk-Check: Welche Größe passt zu dir?

Seit dem Solarpaket I sind 800 Watt Wechselrichterleistung erlaubt (statt 600 W), bei bis zu 2.000 Wp Modulleistung — und für fast jeden Balkon ist 800 W heute die richtige Wahl, weil der Aufpreis gegenüber 600 W minimal ist. Ein solches Set kostet 350 bis 600 Euro, liefert am Südbalkon 550 bis 950 kWh pro Jahr und amortisiert sich in 3 bis 4 Jahren. Dieser Check schätzt aus Montageort, Ausrichtung und Verbrauch deinen Ertrag und deine Ersparnis (Stand 2026).

  • 4 Fragen
  • ca. 90 Sekunden
  • keine E-Mail nötig
  • Stand 2026

Der Balkonkraftwerk-Check

Schritt 1 von 4 Balkonkraftwerk-Check
Wo sollen die Module hin?

Der Montageort entscheidet über den Neigungswinkel — und der macht bis zu 30 Prozent Ertragsunterschied aus.

In welche Richtung zeigen die Module?

Wenn du unsicher bist: Schau auf die Kompass-App deines Smartphones, während du auf dem Balkon nach draußen blickst.

Wie viel Strom verbrauchst du im Jahr?

Steht auf der letzten Stromrechnung. Grobe Anhaltspunkte: 1 Person ≈ 1.500 kWh, 2 Personen ≈ 2.500 kWh, 4 Personen ≈ 4.000 kWh.

kWh
Ist tagsüber jemand zu Hause?

Ein Balkonkraftwerk produziert mittags. Was du dann nicht verbrauchst, geht unentgeltlich ins Netz — deshalb ist diese Frage die wichtigste für deine Ersparnis.

Die Regeln 2026 auf einen Blick

Was für Steckersolargeräte gilt — Stand 2026, nach Solarpaket I
ThemaFrüherHeute
Einspeiseleistungmax. 600 Wmax. 800 W
Modulleistungfaktisch an 600 W gekoppeltbis 2.000 Wp — Überbelegung erlaubt
AnmeldungNetzbetreiber + Marktstammdatenregisternur Marktstammdatenregister, ca. 5 Angaben
SteckerWieland-Einspeisesteckdose gefordertSchuko zulässig
Alter ZählerTausch vor Inbetriebnahme nötigFerraris-Zähler darf übergangsweise weiterlaufen
Mieter & WEGZustimmung erforderlichprivilegierte Maßnahme — kein pauschales Verbot mehr

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Wechselrichter mit Konformitätserklärung nach VDE-AR-N 4105 und auf 800 W begrenzt oder begrenzbar. Ohne diesen Nachweis wird die Anmeldung zum Problem.
  • Überbelegung nutzen. 1.600 bis 2.000 Wp Module an einem 800-W-Wechselrichter kosten wenig Aufpreis, bringen aber im Winter und bei Bewölkung deutlich mehr — genau dann, wenn du den Strom brauchst.
  • Halterung zur Windlast passend wählen. Gerade bei senkrechter Brüstungsmontage zieht der Wind kräftig. Achte auf geprüfte Systeme statt Kabelbinder.
  • Direkt in die Wandsteckdose. Keine Mehrfachsteckdose, keine Kabeltrommel, keine Verlängerung.

Passende Komplett-Sets

Komplett-Sets sind für die meisten der einfachste Weg: Module, Wechselrichter, Kabel und Halterung sind aufeinander abgestimmt und kommen in einer Lieferung. Diese Varianten decken die typischen Situationen ab.

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Preis-Tipp
Einsteiger-Set 800 W

Einsteiger-Set 800 W

2 × 500 Wp Module, 800-W-Wechselrichter, Schuko-Anschluss

Modulleistung
1.000 Wp
Wechselrichter
800 W, VDE-AR-N 4105
Ertrag pro Jahr
ca. 550 – 950 kWh
Halterung
Balkonbrüstung
Meiste kWh
Leistungs-Set 800 W mit Überbelegung

Leistungs-Set 800 W mit Überbelegung

4 × 450 Wp Module, 800-W-Wechselrichter — mehr Ertrag im Winter

Modulleistung
1.800 Wp
Wechselrichter
800 W, VDE-AR-N 4105
Ertrag pro Jahr
ca. 1.100 – 1.500 kWh
Halterung
Terrasse, Garten, Flachdach
Höchster Eigenverbrauch
Set mit Speicher

Set mit Speicher

2 × 500 Wp, 800-W-Wechselrichter, 2 kWh Batterie

Modulleistung
1.000 Wp
Speicher
2 kWh, erweiterbar
Eigenverbrauch
über 90 %
Amortisation
ca. 7 – 9 Jahre

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Häufige Fragen zum Balkonkraftwerk

Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk 2026 haben?

Der Wechselrichter darf maximal 800 Watt ins Netz einspeisen — angehoben von früher 600 Watt durch das Solarpaket I. Die Module dürfen dabei bis zu 2.000 Wp Leistung haben. Diese sogenannte Überbelegung ist ausdrücklich erlaubt und sinnvoll: Sie sorgt dafür, dass die Anlage auch bei schwacher Sonne, im Winter und an bewölkten Tagen näher an die 800 Watt kommt.

Muss ich mein Balkonkraftwerk anmelden?

Ja, aber nur noch an einer Stelle: im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, mit rund fünf Angaben. Die frühere Anmeldepflicht beim Netzbetreiber ist entfallen — der wird automatisch informiert. Die Registrierung ist kostenlos und dauert wenige Minuten. Sie sollte innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen.

Darf mein Vermieter ein Balkonkraftwerk verbieten?

Nein, nicht mehr grundsätzlich. Steckersolargeräte sind seit 2024 als privilegierte bauliche Veränderung im BGB und im Wohnungseigentumsgesetz verankert. Vermieter und Eigentümergemeinschaften können die Installation nicht mehr pauschal ablehnen — sie dürfen nur über das Wie mitentscheiden, etwa über die Art der Befestigung oder die Optik. Ein formloses Anschreiben vor der Montage ist trotzdem der ruhigere Weg.

Brauche ich eine spezielle Steckdose?

Nein. Der normale Schuko-Stecker ist zulässig; die früher geforderte Wieland-Einspeisesteckdose ist nicht mehr vorgeschrieben. Wichtig ist aber: Das Gerät gehört direkt in eine fest installierte Wandsteckdose, nicht in eine Mehrfachsteckdose, Kabeltrommel oder Verlängerung. Bei sehr alten Elektroinstallationen ohne FI-Schutzschalter lohnt der prüfende Blick eines Elektrikers.

Was passiert mit meinem alten Stromzähler?

Alte Ferraris-Zähler mit Drehscheibe dürfen übergangsweise weiterlaufen, auch wenn sie durch die Einspeisung rückwärts drehen. Der Netzbetreiber tauscht sie im Rahmen des Smart-Meter-Rollouts gegen einen modernen Zweirichtungszähler aus — für dich kostenlos und ohne Zutun. Du musst also nicht aktiv werden und dich auch nicht sorgen: Weiterbetrieb ist ausdrücklich geduldet.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk überhaupt?

In den meisten Fällen ja. Ein 800-Watt-Set kostet 350 bis 600 Euro und liefert an einem Südbalkon 550 bis 950 kWh pro Jahr. Verbrauchst du davon 70 Prozent selbst, sparst du bei 35 Cent je kWh rund 160 Euro jährlich — die Amortisation liegt damit bei 3 bis 4 Jahren, bei 20 bis 25 Jahren Lebensdauer der Module. Eine Einspeisevergütung gibt es faktisch nicht, überschüssiger Strom geht unentgeltlich ins Netz. Deshalb zählt vor allem, dass du den Strom selbst nutzt.