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Wärmepumpen-Check: Ist dein Haus geeignet?
Ob eine Wärmepumpe zu deinem Haus passt, entscheidet nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur: Kommt deine Heizung an einem kalten Wintertag mit 55 °C oder weniger aus, ist dein Haus wärmepumpentauglich — auch als Altbau ohne Dämmung. Dieser Check schätzt aus Gebäudetyp, Baujahr, Wohnfläche, Heizung und Dämmzustand deine Heizlast, die passende Anlagengröße, eine Kosten-Range und deinen Förderanspruch nach BEG/KfW (Stand 2026).
Der Wärmepumpen-Check
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So rechnen wir
Der Check nutzt die gleiche Logik wie eine überschlägige Heizlastschätzung — nur eben automatisiert und ohne Vor-Ort-Termin. In drei Schritten:
1. Spezifische Heizlast aus Baujahr und Dämmzustand
Jedes Baualter hat einen typischen Wärmebedarf pro Quadratmeter. Ein unsanierter Bau von vor 1979 liegt bei etwa 150 W/m², ein Neubau ab 2016 nur noch bei rund 40 W/m². Nachträgliche Sanierung senkt diesen Wert: neue Fenster und Dachdämmung bringen typischerweise 20 bis 30 Prozent, eine umfassende Sanierung 40 bis 50 Prozent. Reihen- und Mehrfamilienhäuser verlieren über gemeinsame Wände weniger Wärme und liegen deshalb 10 bis 20 Prozent darunter.
2. Heizlast und Anlagengröße
Die spezifische Heizlast mal deiner Wohnfläche ergibt die Gebäudeheizlast in Kilowatt. Für die Warmwasserbereitung kommen rund 15 Prozent dazu. Das Ergebnis ist die Leistung, die deine Wärmepumpe am kältesten Tag bereitstellen muss.
Wichtig: Eine zu große Wärmepumpe ist keine Sicherheitsreserve, sondern ein Problem. Sie taktet — schaltet also ständig an und aus — verschleißt schneller und verbraucht mehr Strom. Deshalb ist die exakte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vor dem Kauf Pflicht.
3. Kosten und Förderung
Die Kosten-Range setzt sich aus einem Grundbetrag für Einbau, Hydraulik, Speicher und Inbetriebnahme plus einem leistungsabhängigen Anteil zusammen. Darauf rechnen wir die BEG-Förderquote an, die sich aus deiner aktuellen Heizung ergibt — begrenzt auf 30.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit.
Alle Werte sind gerundete Schätzungen auf Basis von Durchschnittswerten. Die tatsächliche Heizlast deines Hauses kann um 20 bis 30 Prozent davon abweichen — Fensterflächen, Ausrichtung, Luftdichtheit und Nutzerverhalten spielen mit hinein.
Förderung 2026 im Überblick
Die Wärmepumpen-Förderung läuft über die BEG-Einzelmaßnahmen und wird von der KfW als Zuschuss ausgezahlt. Die Boni lassen sich kombinieren, sind zusammen aber bei 70 Prozent gedeckelt.
| Baustein | Höhe | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Für jeden Heizungstausch auf erneuerbare Wärme |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | Austausch einer funktionierenden Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung; Gaszentralheizung ab 20 Jahren Alter |
| Einkommensbonus | 30 % | Selbstnutzende Eigentümer bis 40.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen |
| Effizienzbonus | 5 % | Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel oder Erd-/Wasser-/Abwasserwärme als Quelle |
| Maximum | 70 % | Deckel über alle Boni; förderfähig max. 30.000 € für die erste Wohneinheit |
Drei Dinge, die oft schiefgehen
- Zu früh beauftragt. Der Antrag muss vor Beauftragung gestellt werden. Zulässig ist ein Vertrag mit aufschiebender Bedingung — er wird also erst wirksam, wenn die Förderzusage da ist.
- Deckel übersehen. 70 Prozent klingen nach 70 Prozent vom Angebot. Gemeint sind 70 Prozent von maximal 30.000 Euro — der Zuschuss endet bei 21.000 Euro, auch wenn die Anlage 40.000 Euro kostet.
- JAZ nicht nachgewiesen. Gefördert werden nur Anlagen mit einer Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0. Der Nachweis gehört in die Fachunternehmererklärung.
Der Check zeigt dir Grundförderung, Klimageschwindigkeits- und Effizienzbonus an. Den Einkommensbonus kannst du im Ergebnis selbst dazurechnen — wir fragen dein Einkommen bewusst nicht ab.
Häufige Fragen zur Wärmepumpe
Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?
Ja. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur, die dein Haus im tiefsten Winter braucht. Kommt deine Heizung an einem kalten Tag mit 50 bis 55 °C Vorlauf aus, ist das Haus wärmepumpentauglich — auch ohne Dämmung. Du kannst das selbst testen: Vorlauftemperatur an der Heizung schrittweise senken und beobachten, ob alle Räume warm werden.
Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 2026 inklusive Einbau, Hydraulik, Pufferspeicher und Inbetriebnahme im Einfamilienhaus realistisch 28.000 bis 42.000 Euro. Erdwärme liegt wegen der Bohrung 8.000 bis 15.000 Euro höher, arbeitet dafür effizienter. Nach Abzug der BEG-Förderung von bis zu 70 Prozent bleiben oft 12.000 bis 20.000 Euro Eigenanteil.
Wie viel Förderung bekomme ich für eine Wärmepumpe?
Über die BEG-Einzelmaßnahmen der KfW sind bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich: 30 Prozent Grundförderung, 20 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer alten fossilen Heizung, 30 Prozent Einkommensbonus bis 40.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen und 5 Prozent Effizienzbonus für natürliche Kältemittel. Die Boni sind kombinierbar, aber bei 70 Prozent gedeckelt. Die förderfähigen Kosten sind bei 30.000 Euro für die erste Wohneinheit begrenzt — der maximale Zuschuss liegt damit bei 21.000 Euro.
Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) und welcher Wert ist gut?
Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe pro Kilowattstunde Strom über ein ganzes Jahr liefert. Bei 35 °C Vorlauftemperatur erreichen moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen eine JAZ von 4,0 bis 4,5, bei 55 °C sinkt sie auf 2,8 bis 3,2. Ab etwa 3,0 ist der Betrieb gegenüber Gas wirtschaftlich; darunter wird es eng. Für die Förderung ist eine JAZ von mindestens 3,0 nachzuweisen.
Muss ich vorher dämmen oder die Heizkörper tauschen?
Meistens reicht deutlich weniger als gedacht. Wenn einzelne Räume nicht warm werden, liegt es in der Regel an zu kleinen Heizkörpern, nicht an der Fassade. Der Austausch gegen Niedertemperatur- oder Gebläseheizkörper kostet 400 bis 900 Euro pro Stück und senkt die nötige Vorlauftemperatur oft genauso wirksam wie eine Dämmung, die das Zehnfache kostet. Eine Fassadendämmung lohnt sich energetisch, ist aber selten die Voraussetzung für die Wärmepumpe.
Wie laut ist eine Luft-Wärmepumpe und welchen Abstand braucht sie?
Moderne Außeneinheiten liegen bei 45 bis 55 dB(A) Schallleistungspegel im Normalbetrieb — in drei Metern Entfernung entspricht das etwa dem Geräusch eines Kühlschranks. Maßgeblich ist die TA Lärm: nachts dürfen an der Nachbar-Fassade in reinen Wohngebieten 35 dB(A) nicht überschritten werden. In der Praxis genügen meist drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze; die Bauordnungen der Länder regeln Details unterschiedlich. Ein Fachbetrieb rechnet den Schallnachweis für deinen Aufstellort.