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Solar-Check: Was bringt eine PV-Anlage auf deinem Dach?

Als Faustregel passen pro 5 m² nutzbarer Dachfläche etwa 1 kWp, und jedes kWp liefert in Deutschland rund 950 bis 1.050 kWh Strom pro Jahr. Wirtschaftlich entscheidend ist aber nicht der Ertrag, sondern der Eigenverbrauch: Selbst genutzter Strom spart 32 bis 38 Cent je kWh, eingespeister bringt nur rund 7,9 Cent. Dieser Check schätzt aus Dachfläche, Ausrichtung, Neigung und Verbrauch deine Anlagengröße, den Jahresertrag, die Ersparnis und die Amortisationszeit (Stand 2026).

  • 4 Fragen
  • ca. 2 Minuten
  • keine E-Mail nötig
  • Stand 2026

Der Solar-Check

Schritt 1 von 4 Solar-Check
Wie groß ist deine Dachfläche?

Gemeint ist die Fläche der Dachseite, auf die die Module sollen — nicht die Grundfläche des Hauses. Wir rechnen Abzüge für Fenster, Gauben und Randabstände automatisch ein.

Typische Dachseite eines Einfamilienhauses: 50 – 80 m²

Wohin zeigt die Dachfläche?

Die Ausrichtung bestimmt, wie viel der möglichen Sonnenenergie ankommt.

Wie steil ist das Dach?

Wenn du unsicher bist: Ein typisches Satteldach hat 35 bis 45 Grad.

Wie viel Strom verbrauchst du im Jahr?

Steht auf deiner letzten Stromrechnung. Wenn du sie nicht zur Hand hast: 2 Personen ≈ 2.500 kWh, 4 Personen ≈ 4.000 kWh. Mit Wärmepumpe oder E-Auto kommen 2.500 bis 4.500 kWh dazu.

kWh

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So rechnen wir

1. Von der Dachfläche zur Anlagengröße

Ein aktuelles Modul mit rund 440 Wp misst etwa 1,9 m². Rechnet man Randabstände und Montagelücken ein, brauchst du etwa 5 m² pro kWp. Von deiner angegebenen Dachfläche setzen wir 70 Prozent als tatsächlich belegbar an — der Rest geht für Dachfenster, Gauben, Schornsteine und Verschattung ab.

2. Vom kWp zum Jahresertrag

Eine optimal ausgerichtete Anlage liefert in Deutschland rund 1.000 kWh je kWp und Jahr. Darauf wenden wir zwei Faktoren an: die Ausrichtung (Süd = 100 %, Südost/Südwest = 95 %, Ost-West = 85 %, Nord = 60 %) und die Neigung (15 – 40° = 100 %, flach = 93 %, steil = 95 %).

3. Vom Ertrag zur Ersparnis

Hier steckt der eigentliche Hebel. Wir schätzen deinen Eigenverbrauchsanteil aus dem Verhältnis von Verbrauch zu Produktion — je mehr du verbrauchst, desto mehr kannst du direkt nutzen. Ohne Speicher landen typische Haushalte bei 25 bis 35 Prozent. Dieser Anteil wird mit dem Strompreis von 35 Cent bewertet, der Rest mit der Einspeisevergütung von 7,9 Cent.

4. Amortisation

Die Investitionskosten sinken pro kWp mit der Anlagengröße — kleine Anlagen kosten rund 1.500 €/kWp, große eher 1.100 €/kWp. Von der jährlichen Ersparnis ziehen wir 1,2 Prozent der Investition für Versicherung, Zählermiete und Wartung ab. Die Amortisationszeit ist dann schlicht Investition geteilt durch den jährlichen Überschuss.

Warum Eigenverbrauch alles entscheidet

Die meisten Amortisationsrechnungen im Netz sind zu optimistisch — fast immer, weil sie den Eigenverbrauch zu hoch ansetzen. Der Unterschied ist gewaltig:

Was eine Kilowattstunde wert ist, Stand 2026
VerwendungWert je kWhFaktor
Selbst verbraucht32 – 38 Centgesparter Strompreis
Ins Netz eingespeistca. 7,9 CentEinspeisevergütung bis 10 kWp
Unterschiedrund 4- bis 5-fachdeshalb zählt jede selbst genutzte kWh

So hebst du den Eigenverbrauch

  • Große Verbraucher in die Mittagszeit legen. Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner per Zeitschaltung — kostet nichts und bringt sofort 5 bis 10 Prozentpunkte.
  • Wärmepumpe oder E-Auto. Beide sind steuerbare Verbraucher und lassen sich gezielt in die Sonnenstunden schieben. Das ist der größte Hebel überhaupt.
  • Ost-West statt Süd. Klingt paradox: weniger Gesamtertrag, aber der Strom kommt morgens und abends — also dann, wenn du zu Hause bist.
  • Batteriespeicher. Hebt den Eigenverbrauch auf 55 bis 70 Prozent, kostet aber 700 bis 1.000 € je kWh. Faustregel für die Größe: 1 kWh nutzbar je 1.000 kWh Jahresverbrauch.

Häufige Fragen zu Photovoltaik

Wie viel kWp passen auf mein Dach?

Als Faustregel brauchst du rund 5 Quadratmeter Dachfläche pro Kilowatt-Peak. Ein modernes Modul mit etwa 440 Wp misst ungefähr 1,9 m². Von der Bruttodachfläche sind allerdings nur etwa 70 Prozent nutzbar — Dachfenster, Gauben, Schornsteine, Randabstände und Verschattung gehen ab. Auf 60 m² Dachfläche passen damit realistisch etwa 8 bis 9 kWp.

Wie viel Strom liefert eine Photovoltaikanlage pro kWp?

In Deutschland liefert eine optimal ausgerichtete Anlage (Süd, 30 bis 35 Grad Neigung) rund 950 bis 1.050 kWh pro kWp und Jahr. Süddeutschland liegt am oberen Ende, Norddeutschland am unteren. Eine Ost-West-Anlage kommt auf etwa 85 Prozent davon, verteilt den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag — was den Eigenverbrauch erhöht und die Rechnung oft ausgleicht.

Wann amortisiert sich eine Photovoltaikanlage?

Eine Anlage ohne Speicher amortisiert sich 2026 typischerweise nach 9 bis 12 Jahren, mit Speicher eher nach 11 bis 15 Jahren. Entscheidend ist der Eigenverbrauchsanteil: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dir 32 bis 38 Cent, jede eingespeiste bringt nur rund 7,9 Cent. Da Module 25 bis 30 Jahre halten, arbeitet die Anlage danach 15 Jahre und länger in die Rendite.

Lohnt sich ein Batteriespeicher?

Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch von etwa 30 auf 55 bis 70 Prozent — verlängert aber meist die Amortisationszeit, weil er 700 bis 1.000 Euro pro Kilowattstunde kostet. Als Dimensionierung gilt: rund 1 kWh nutzbare Kapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Wirtschaftlich lohnt er sich vor allem bei hohem Abendverbrauch; darüber hinaus zählen für viele die Notstromfähigkeit und die Unabhängigkeit.

Muss ich auf die Photovoltaikanlage Steuern zahlen?

Seit 2023 gilt für Anlagen bis 30 kWp auf oder an Wohngebäuden der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer — du zahlst beim Kauf also keine Mehrwertsteuer. Die Einnahmen aus Einspeisung und Eigenverbrauch sind zudem einkommensteuerfrei. Mit der Kleinunternehmerregelung musst du dich nicht mehr befassen. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister ist trotzdem Pflicht: innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme.

Lohnt sich Photovoltaik auch auf einem Nord-Dach?

Wirtschaftlich meist nicht. Eine reine Nordausrichtung kommt nur auf etwa 60 Prozent des Süd-Ertrags, bei steiler Neigung noch weniger. Interessanter ist Nord nur bei sehr flacher Neigung unter 15 Grad, weil der Unterschied zwischen den Himmelsrichtungen dann klein wird. Prüfe stattdessen, ob Ost-West auf derselben Dachfläche möglich ist — das liefert rund 85 Prozent des Süd-Ertrags.